Österreichs Milchbauern sehnen sich nach Flexibilität bei ihren Arbeitsabläufen. Statt zu fixen Zeiten in den Stall zu gehen, helfen Automatische Melksysteme (AMS), den Arbeitsalltag etwas flexibler zu gestalten. Der Hauptgrund für die Anschaffung eines AMS liegt bei der hohen Arbeitsbelastung der Landwirtinnen und Landwirte. Wer jedoch meint, ein Roboter reduziert die Arbeit im Stall, der irrt. Die Landwirtin und der Landwirt müssen das System regelmäßig kontrollieren und warten. Jene Kühe, die das System noch nicht gewohnt sind, müssen beobachtet und „eingeschult" werden. Der Trend in der Milchwirtschaft geht klar in Richtung Automatische Melksysteme (AMS), sowohl in Österreich als auch international erfreuen sie sich immer mehr an Beliebtheit. Die Anzahl auf den österreichischen Kontrollbetrieben nahm im Jahr 2020 um 181 auf 1.078 Systeme zu. Das ist ein Zuwachs von 20%. Mit Ende 2019 gab es noch 897 AMS. Die meisten stehen auf den oberösterreichischen Betrieben, nämlich 496 Stk. Das stellt fast die Hälfte (46%) aller Anlagen dar. Mit großem Abstand folgen die Bundesländer Niederösterreich mit 207 Anlagen bzw. einem Anteil von 19% sowie die Steiermark mit 149 (14%). Die meisten Neuinstallationen fanden in den Bundesländern Oberösterreich (+66), Niederösterreich (+42) und in Salzburg (+30) statt.


 

Datenaustausch mit Roboterbetrieben
Aufgrund der von den Landeskontrollverbänden (LKV) durchgeführten Mitgliederbefragung ist von den Betrieben mit Melkrobotern klar der Wunsch gekommen, die Datenvernetzung mit dem Rinderdatenverbund (RDV) und den Automatischen Melksystemen zu forcieren. Ziel ist es, dass Daten wie z.B. Belegungen nur einmal im System erfasst werden müssen. Im Zuge des Forschungsprojektes D4Dairy (www.d4dairy.com) wird auch intensiv an der Vernetzung und am Datenaustausch verschiedenster Systeme entlang der Wertschöpfungskette der Milchproduktion gearbeitet. Die Schnittstelle im RDV für den Datenaustausch mit LELY-Melksystemen befindet sich derzeit in der Testphase und wird 2021 auf den Betrieben mit Lely-Melkrobotern in Österreich in den Routinebetrieb übergehen. Die Schnittstellen zu den anderen Fabrikaten sind derzeit in Entwicklung.



Universelles Shuttle für die Probenahme
Im Vorjahr wurde mit den verschiedenen Anbietern von Melkrobotern in Österreich vereinbart, dass ab 2021 beginnend für neu installierte Melkroboter für die Probenahme von den LKVs der sogenannte ORI-Collector ausgeliefert wird. Dieses Shuttle ermöglicht die automatische Probennahme bei AMS. Aufgrund der Umstellungsphase kann es noch zu Überschneidungen bei der Auslieferung kommen. Ein großer Vorteil dieses Shuttles ist, dass es für die Probennahme bei allen Fabrikaten einsetzbar ist. Bei jenen Betrieben, die bis Ende 2020 ein AMS installiert haben, wird die Probenahme mit dem bestehenden Shuttle durchgeführt, damit für diese Betriebe keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Spezielle Anwendungen im Herdenmanager für Roboterbetriebe
Für jene Kontrollbetriebe, die ein AMS im Einsatz haben, stehen in der Web-Anwendung des LKV-Herdenmanagers unter der Rubrik „Auswertungen" detaillierte Auswertungen zur Verfügung. So kann auf Betriebsebene die Anzahl der Gemelke im Tagesverlauf eingesehen werden. Auf Einzeltierebene zeigt die Roboterübersicht z.B. die Anzahl misslungener Melkungen, die durchschnittliche Tagesmilchleistung sowie die prozentuelle Verteilung der Gemelke nach verschiedenen Auswertegruppen.

 

 

 

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